Willi Jakobi - Pionier der DRK-Arbeit in KriftelIn den frühen 20er Jahren - Grauen des Ersten Weltkrieges noch lebhaft vor Augen - gründete Willi Jakobi mit einigen Frauen und Männern eine Sanitätskolonne des Roten Kreuzes in Kriftel. Der Umstand, dass die Kolonne in den Anfangsjahren organisatorisch der Hofheimer Ortsvereinigung angegliedert war, mag für die Geschichte des DRK Kriftel, die Pionierarbeit des damals 20jährigen wird dadurch jedoch nicht geschmälert.
Willi Jakobi war und blieb eine treibende Kraft in den Aufbaujahren bis zur Einstellung er Aktivitäten infolge des Zweiten Weltkrieges. Nach dem Krieg machte sich der Unermüdliche mit großem Eifer und bewundernswerter Ausdauer daran, die darniederliegende Arbeit von neuem zu organisieren, also noch einmal von vorne anzufangen, unter den gleichen schwierigen Bedingungen wie in den 20er Jahren, mit einer ebenso bescheidenen wie unzureichenden Ausstattung.
Zeitlos blieb Willi Jakobi, der später zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde, dem DRK Kriftel verbunden. Für seine Verdienste wurde er 1980 mit der Verdienstmedaille des DRK-Landesverbandes Hessen ausgezeichnet. Am 30.November 1987 verstarb der Krifteler im Alter von 85 Jahren - seine Pioniertat und sein außergewöhnlicher Einsatz für das DRK in Kriftel werden unvergessen bleiben.
Heinrich Dietzel - "Vater der Partnerschaft"Als 19 jähriger kam Heinrich Dietzel im Jahre 1935 zum DRK Kriftel und engagierte sich sogleich im aktiven Hilfsdienst. nach der Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg war er maßgeblich am Wiederaufbau der Ortsvereinigung beteiligt. Die Kriegserlebnisse hatten den jungen Mann in seiner Überzeugung bestärkt, dass Not leidende Menschen auf freiwillige und selbstlose Hilfe angewiesen sind. Von 1945 bis 1962 war Heinrich Dietzel als Kassierer im Vorstand des DRK Kriftel aktiv, danach wurde er zum Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt übte er 13 Jahre lang mit großem Geschick aus, teilweise unter schwierigen und mit der heutigen Zeit kaum vergleichbaren Bedingungen.
Durch sein überzeugendes Beispiel gelang es Heinrich Dietzel immer wieder, junge Menschen für die Ideen des Henri Dunant zu begeistern und für die Arbeit im DRK zu gewinnen. Im Jahre 1960 rief er eine neue Jugendgruppe ins Leben, um deren gedeihliche Entwicklung er sich zehn Jahre an vorderster Stelle kümmerte.
Auch beim Aufbau der partnerschaftlichen Beziehung zum Croix Rouge d´Airaines hat Heinrich Dietzel als Motor der ersten Begegnungen und als Initiator des Jugendaustauschs Maßstäbe gesetzt. Später bezeichnete man den Ehrenvorsitzenden als " Vater der Partnerschaft". Durch seine fast 60jährige aktive Tätigkeit bleibt sein Name unlösbar mit dem DRK Kriftel verbunden. Wie sein langjähriger Weggefährte Willi Jakobi wurde auch Heinrich Dietzel vom DRK-Landesverband Hessen mit der Verdienstmedaille geehrt. Er verstarb im August 1992 im Alter von 76 Jahren.
Manfred Trutz - ein leuchtendes Vorbild für die BereitschaftGanze 24 Jahre stand Manfred Trutz an der Spitze der aktiven Helferinnen und Helfer des DRK Kriftel. Er erwarb sich dabei unschätzbar große verdienste um die DRK-Ortsvereinigung Kriftel und galt über Jahrzehnte hinweg als leuchtendes Vorbild für den Dienst am Nächsten.
Im Jahre trat Manfred Trutz in Frankfurt-Sindlingen in die Hilfsorganisation ein. drei Jahre später wechselte er nach Kriftel, wo er als 22jähriger sogleich die Bereitschaftsführung übernahm. Bis zum Jahre 1990 war er in diesem wichtigen und anspruchsvollen Ehrenamt aktiv. Von 1980 bis 1983 übernahm er außerdem die Kreisbereitschaftsführung.
Zu den herausragenden Verdiensten von Manfred Trutz zählen neben der jahrzehntenlangen Bewältigung der mit der Bereitschaftsführung verbundenen zeitraubenden Aufgaben die Neugründung ein einer Jugendrotkreuzgruppe im Jahre 1976, eine entscheidende Voraussetzung für die Zukunft der DRK-Arbeit in der Obstbaugemeinde. Ein Herzensanliegen war ihm auch die Partnerschaft mit dem Croix Rouge d´Airaines, die er um so manche Idee und Initiative bereicherte. Nach seinem Ausscheiden aus der Bereitschaftsführung bildetet Manfred Trutz mit ehemals aktiven Helferinnen und Helfern eine Seniorengruppe und blieb als Leiter dieser Gruppe dem DRK verbunden.
Er verstarb im April 1997 nach langer schwerer Krankheit. Die Ortsvereinigung und der Kreisverband hatten ihm in Anerkennung seiner großen Verdienste den Titel eines Ehrenbereitschaftsführers verliehen. Der Landesverband würdigte die Leistungen mit einer Verdienstmedaille.
Paul Homuth - 65 Jahre DRK-Geschichte mitgestaltetAls Paul Homuth anläßlich seiner 65jährigen Mitgliedschaft im Deutschen Roten Kreuz im Oktober 1995 geehrt wurde, bezeichnete Erster Vorsitzender Paul Dünte den 83jährigen Jubilar als ein fast beispielloses Vorbild. Damals war Paul Homuth immer noch aktiv, soweit es seine Gesundheit erlaubte. Er übernahm im hohen Alter noch Aufgaben beim traditionellen Weihnachtsmarkt des DRK Kriftel. Im Februar 1996 verstarb er, das DRK verlor mit ihm einen verdienten und treuen Mitarbeiter.
Im Jahre 1930 war Paul Homuth in das Rote Kreuz eingetreten, in einer Zeit, die geprägt war von Not und Arbeitslosigkeit und politischen unsicheren Verhältnissen. Die Wirren dieser zeit konnte den Entschlossenen von dem Weg nicht abbringen, den er einmal als richtig und notwendig erkannt hatte. Nach Krieg und Gefangenschaft nahm er seine Arbeit in der Hilfsorganisation wieder auf. Im Jahre 1955 kam Paul Homuth mit seiner Familie nach Kriftel, um sich auch hier gleich der örtlichen Bereitschaft anzuschließen. Mehrmals übernahm er auch im Vorstand des DRK Kriftel Verantwortung.
Es war vor allem Paul Homuths Kameradschaftssinn und seine Treue zum DRK, die ihm allseits Respekt, Anerkennung und Bewunderung einbrachten.
Hilfsbereitschaft war für ihn keine lästige Verpflichtung: Im Kreise der Helferinnen und Helfer erklärte er einmal, dass er es einfach toll finde, helfen zu dürfen, wo Hilfe gebraucht werde. Das Wort wird unvergessen bleiben.
Elisabeth Mockel - beispielhafte Dienstbereitschaft und Zuverlässigkeit Die Kriftelerin kann in Jahre 1998 auf ihre 60jährige Mitgliedschaft im Roten Kreuz zurückblicken. Eine stolze Zahl! Noch viel beeindruckender und aussagekräftiger ist es, wenn man all die Stunden zusammenzählt, in denen Elisabeth Mockel als ehrenamtliche Helferin tätig war - das ergibt fast 10.000 Stunden! Im Bereitschaftsdienst war ihre Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit beispielhaft, Sanitätsdienste am Wochenende, manchmal im Freien, bei Wind und Wetter - Elisabeth Mockel war einfach immer zur Stelle, wo Hilfe gebraucht wurde. Darauf konnte man sich verlassen.
Die Arbeit habe ihr Spaß gemacht beteuerte die Seniorin. Das klingt glaubhaft, doch der Spaß stand für Elisabeth Mockel nicht im Vordergrund, sondern vielmehr ein Pflichtbewusstsein ihren Mitmenschen gegenüber, wie es heutzutage leider nicht allzu häufig anzutreffen ist. Das zeigt auch ein Blick in ihren Lebenslauf: In Frankfurt geboren und aufgewachsen, fühlte sie sich schon früh dazu verpflichtet, für das Wohlergehen anderer Menschen Sorge zu tragen. Gegen den Willen der Familie ließ sie sich in Frankfurt zur Krankenschwester ausbilden. Im Zweiten Weltkrieg arbeitet sie im Lazarett.
Nach dem Umzug in die Obstbaugemeinde Kriftel hatte sich Elisabeth Mockel dem DRK Kriftel angeschlossen und zeichnete sich dort von Anfang an durch große Dienstbereitschaft aus. Den letzten aktiven Einsatz hatte die Seniorin im Jahre 1990 in ihrer Heißgeliebten Tombola beim DRK-Weihnachtsmarkt.
Elisabeth Mockel verstarb im Jahre 2000 nach langer und schwerer Krankheit.