 Im Jahr 2000 hat das Deutsche Rote Kreuz nahezu 3,5 Millionen Vollblutspenden auf freiwilliger und unentgeltlicher Basis entgegengenommen. Die Zahl der Spendewilligen belief sich auf über 3,8 Millionen, davon mussten rund 300.000 Personen vorwiegend aus medizinischen Gründen (Erkältungsinfekten, Medikamenteneinnahmen oder Auslandsreisen) sowie zum Ausschluss von Risiken für den Blutempfänger zurückgestellt werden.
Aus den Blutspenden wurden etwa 3,4 Mio. Erythrozytenkonzentrate hergestellt und an die Krankenhäuser abgegeben. Auch die staatlichkommunalen und universitären Blutbanken wurden davon mit etwa 480.000 Erythrozytenkonzentraten der DRK-Blutspendedienste unterstützt. Für den Großraum Berlin wurden von den anderen Blutspendediensten ca. 120.000, für das New York Blood Center ca. 14.000 Erythrozytenkonzentrate zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wurden über 300.000 Thrombozytenkonzentrate sowie weitere Spezialpräparate hergestellt. Die Zahl der Eigenblutentnahmen betrug 46.284.
 Aus den Vollblutspenden standen 900.000 Liter Plasma zur Verfügung, hinzu kommen rund 100.000 Liter Plasma aus Plasmapherese, also insgesamt 1 Million Liter. Von dieser Plasmamenge wurden den Krankenhäusern rund 170.000 Liter als gefrorenes Frischplasma virusinaktiviert bzw. quarantänegelagert zur direkten therapeutischen Anwendung zur Verfügung gestellt. Von der verbleibenden Plasmamenge gelangte ein erheblicher Teil zur Weiterverarbeitung in die DRK-Fraktionierungsanlage. Plasma, das nicht vom DRK selbst verarbeitet werden konnte bzw. selbstfraktionierte Zwischenprodukte wurden an die pharmazeutische Industrie abgegeben, die daraus in technisch aufwendigen Verfahren Spezialpräparate wie zum Beispiel Gerinnungspräparate und Immunglobuline herstellt.
 Die etwa 3.750 Vollzeitbeschäftigten der DRK-Blutspendedienste haben alle mit der Entnahme, Untersuchung, Verarbeitung, Lagerung und Verteilung des Blutes und den Blutbestandteilpräparaten verbundenen hoch qualifizierten Tätigkeiten professionell ausgeführt und damit die Versorgung der Patienten in den bundesdeutschen Krankenhäusern gewährleistet. Bei der Durchführung der fast 42.000 Blutspendetermine pro Jahr werden die DRK-Blutspendedienste von über 200.000 ehrenamtlichen Helfern aus den DRK-Kreisverbänden und -Ortsvereinen unterstützt. Durch die gute Zusammenarbeit mit den DRK-Kreisverbänden und Ortsvereinen sowie der Unterstützung durch die Medien konnten die immer wieder auftretenden Versorgungsengpässe aufgefangen und drastische Folgen weitestgehend vermieden werden.
 Auch im internationalen Vergleich ist das DRK im Blutspendewesen traditionell stark engagiert und spielt in der Versorgung der Bundesrepublik Deutschland mit qualitativ hochwertigen und sicheren Blutprodukten eine beispielhafte und anerkannte Rolle. So zum Beispiel haben die Blutspendedienste maßgeblich an der Einführung der routinemäßigen Testung der Blutkonserven auf HCV und (künftig) HIV mittels PCR-Testung (Polymerase Chain Reaction) mitgewirkt. Mit dieser Methode ist es möglich, virusbelastetes Blut erheblich früher als mit herkömmlichen Methoden zu erkennen und damit mögliche Gefahren zu vermeiden. Auch die Einführung der generellen Leukozytenreduzierung bei Blutkonserven ist maßgeblich auf Initiative der DRK-Blutspendedienste zurückzuführen.
 Der Gesamtumsatz aller DRK-Blutspendedienste beträgt nahezu 800 Millionen Mark, die zur Kostendeckung erwirtschaftet wurden. Durch die gemeinnützige Arbeitsweise der DRK-Blutspendedienste ist sichergestellt, dass keinerlei Gewinne angestrebt werden. Auch dürfen anfallende Überschüsse nicht für sonstige Rotkreuz-Aktivitäten eingesetzt werden. Darüber wachen unabhängige Wirtschaftsprüfer sowie die Finanzbehörden. Darüber hinaus entlastet die freiwillige und unentgeltliche Blutspende, getragen durch die Bereitschaft von nahezu 4 Mio. Spendenwilligen im Jahr 2000, sowie das Engagement vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer auf den Blutspendeterminen die Versicherungsgemeinschaft um jährlich mehrere Hundert Millionen Mark. Das Deutsche Rote Kreuz leistet damit auch einen wertvollen Beitrag zur Senkung der Kosten im Gesundheitswesen.
Quelle www.drk.de |