Glossar zur Erläuterung von Fachausdrücken

Albumin
Eiweißbestandteil in der Blutflüssigkeit (ca. 52-62 % des Gesamteiweißes). Funktion: Transport von Salzen, Wasser und Farbstoffen, Druckausgleich zwischen Gefäßsystem und Gewebe.

AMG = Arzneimittelgesetz
Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln. Es enthält insbesondere Regelungen über die Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Arzneimitteln.

Anti-D-Immunglobulin
Spezielles Präparat eines hochwirksamen Antikörpers. Wird, wie bei einer Impfung, bei Rh-negativen Frauen unmittelbar nach der Geburt eines Rh-positiven (D pos.) Kindes eingesetzt oder nach Fehlgeburten oder Schwangerschaftsabbruch.

Antikörper, irreguläre
Gemeint sind hier Blutgruppen-Antikörper, die nach Blutübertragung oder durch Schwangerschaft (Kontakt mit nicht körpereigenen Blutzellen) innerhalb einiger Wochen entstehen können. Bei erneuter Gabe von fremden Blutzellen kann es dann durch die Antikörper zu mehr oder weniger heftigen Reaktionen kommen (z. B. zur Blutkörperchenauflösung = Hämolyse).

Blutgruppen
Bezeichnung spezifischer Stoffe, die in sehr mannigfaltigen Kombinationen hauptsächlich an den Blutzellen nachgewiesen werden können und zumindest hinsichtlich der Hauptblutgruppen AB0 und Rh bei Blutübertragungen berücksichtigt werden müssen.

Erythrozyten
Rote Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport lebensnotwendig sind.

Frischplasma
Sofort nach der Blutspende durch Entfernen der Blutzellen oder maschinell ge-wonnene Blutflüssigkeit. Es enthält alle beim gesunden Menschen vorhandenen wirksamen Bestandteile, z. B. zur Aktivierung der Gerinnung. Durch Einfrieren des Frischplasmas unter -30 deg.C können die Gerinnungsfaktoren in gefrorenem Zustand über einen größeren Zeitraum in ihrer Aktivität erhalten bleiben.

Gerinnungsaktive Plasmaprodukte
Nach speziellen Anreicherungsverfahren gewonnene Fraktionen aus Plasma zum spezifischen intravenösen Einsatz bei isoliertem Mangel, z. B. Faktor VIII bei Hämophilie A.

Hämoglobin
Bezeichnung für den in den Erythrozyten vorhandenen roten Blutfarbstoff, der den Sauerstoff bindet.

Hämatokrit
Dieser Wert gibt das Verhältnis der zellulären Blutbestandteile zu der Blutflüssigkeit (Plasma) an.

Hepatitis
Leberentzündung durch spezielle Virusinfektionen, die durch Transfusionsblut übertragen werden kann. Nach der labordiagnostischen Erfaßbarkeit lassen sich mehrere Arten unterscheiden (A, B, C, etc.). Für den transfusionsmedizinischen Bereich bedeutsam sind vor allem die Typen B und C. Routinemäßig untersucht werden heute alle Blut- und Plasmaspender auf einen Eiweißkörper in der Blutflüssigkeit, der Oberflächenbestandteil des Hepatitis-B-Virus ist (engl. surface antigen = HBsAg), und auf Antikörper gegen Hepatitis C (HCV-Antikörper).

Immunglobuline, Hyperimmunglobuline
Spezielle Präparationen eines sofort hochwirksamen Abwehrstoffes. Bei manchen Erkrankungen wie Hepatitis B, Tetanus oder Tollwut können solche Immunglobuline den möglichen schweren Krankheitsverlauf lindern oder heilen.Infektionen

Einige durch Blut übertragene Infektionen können durch Blutuntersuchungen frühzeitig erkannt und damit verhindert werden (siehe auch unter Hepatitis). Luesantikörper weisen auf eine Erkrankung mit Syphilis hin, HIV-Antikörper auf AIDS.

Leukozyten, Lymphozyten, Monozyten
Weiße Blutzellen erfüllen sehr wichtige Funktionen bei der Abwehr von Infektionen.

Plasmapherese
Maschinelle Gewinnung (Zellseparator) nur der Blutflüssigkeit (Plasma) vom Spender oder Patienten durch Zentrifugierung des Blutes. Die Plasmapherese wird unter anderem eingesetzt zur Herstellung besonderer therapeutisch unterschiedlich wirksamer Präparate oder zur Entfernung krankhafter Bestandteile aus Patientenblut. Die sofortige Rücktransfusion der Blutzellen erlaubt einen häufigeren Einsatz des Spenders bzw. baldige Wiederholung der Plasmapherese beim Patienten.

Thrombozytapherese
Gewinnung von Thrombozyten eines Blutspenders mittels eines besonderen Gerätes (Zellseparator). Solche Blutpräparate werden von speziell ausgesuchten Blutspendern für bestimmte Patienten wie etwa Leukämiepatienten gewonnen.

Thrombozyten
Blutplättchen, kleinste Zellen unseres Blutes, die entscheidend den Gerinnungsvorgang bewirken. Ihre Verminderung kann eine tödliche Blutung zur Folge haben.

Zellseparation
Auftrennung des Blutes nach der Schwere bzw. Größe seiner verschiedenen Bestandteile mit Hilfe einer Zentrifuge, eines besonderen Gerätes (Separator), in rote oder weiße Blutkörperchen und Blutplättchen. Diese Methode wird angewandt bei besonders geeigneten, ausgesuchten Spendern, um einzelne Blutbestandteile in möglichst hoher Konzentration gezielt für einen Patienten zu gewinnen, aber auch bei Patienten, um krankhafte Blutbestandteile aus dem Körper zu entfernen. Dabei werden dem Spender bzw. dem Patienten die anderen Blutbestandteile wieder zurücktransfundiert (siehe auch Plasmapherese).