Und was wird aus meinem Blut? 

Alle Blutspenden werden heute zu Zell- und Plasmabestandteilen verarbeitet. Der Patient erhält nur noch jene Blutbestandteile, die er zur Heilung benötigt. Damit lassen sich unerwünschte Nebenwirkungen weit gehend vermeiden. Vor allem aber wird eine bessere Ausnutzung des kostbaren Spenderblutes erreicht.

Eine einzige Blutspende hilft so in der Regel mehreren Menschen. Zuerst wird durch Zentrifugieren die leichtere Blutflüssigkeit - das Blutplasma - von den schwereren Blutzellen getrennt und anschließend in einen anderen Behälter übergeleitet.

Aus den Blutzellen werden Zellaufbereitungen hergestellt: Konzentrate von Roten Blutkörperchen (Erythrozyten), Weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten).

Das Blutplasma wird tiefgefroren und entweder als Einzelspender-Frischplasma verwendet oder gesammelt und später weiterverarbeitet.

Aus dem Plasma gewinnt man verschiedene Eiweißbestandteile: Albuminlösungen, Blutgerinnungsfaktoren und Abwehrstoffe gegen Krankheitserreger (Immunglobuline).

Nicht alle Blutbestandteile sind gleich lange haltbar und auch die Lagerbedingungen sind unterschiedlich. Weiße Blutkörperchen und Blutplättchen sind besonders kurzlebig. Sie müssen innerhalb weniger Stunden oder Tage nach der Spende an den Empfänger übertragen werden, wenn sie ihre Aufgabe erfüllen sollen. Blutplättchen zum Beispiel sind nur bis zu 120 Stunden lagerbar bei Raumtemperatur und unter ständiger gleichmäßiger Bewegung. Konzentrate von Roten Blutkörperchen können nur wenige Wochen im Kühlraum bei vier Grad Celsius aufbewahrt werden. Plasmabestandteile dagegen sind sehr viel länger haltbar.
Die Entwicklung geht weiter
Die gezielte Transfusion nur einzelner Blutbestandteile (Hämotherapie nach Maß) ist durch die gezielte Spende einzelner Blutbestandteile noch verbessert worden: Bei der Blutplättchenspende (Thrombozytapherese) wird das Blut während der Entnahme in einem Spezialgerät aufgetrennt. Die Blutplättchen (Thrombozyten) werden in einem Beutel gesammelt. Die übrigen Bestandteile (Rote und Weiße Blutkörperchen sowie Blutplasma) erhält der Spender sofort zurück. Bei der Blutplasmaspende wird dem Spender nur Plasma entnommen.
Patienten, die sich einer geplanten Operation unterziehen müssen, können in bestimmten Fällen nach ärztlicher Verordnung ihr eigenes Blut deponieren. Voraussetzung ist, dass der Gesundheitszustand des Patienten und die Grundkrankheit die Entnahme von zwei bis vier Blutkonserven in einem relativ kurzen Zeitraum erlauben. Die DRK-Blutspendedienste unterstützen schon seit Jahren Eigenblutprogramme in den Krankenhäusern und führen selbst Eigenblutentnahmen durch. Da aber nur ein kleiner Teil der Patienten für Eigenblutentnahmen in Frage kommt, ist und bleibt die Blutspende unverzichtbar.