Informationen zum Gründer des Roten Kreuzes


 Henry Dunant

Henry Dunant
  Die wohl zweifellos interessanteste Biographie in der Geschichte des Roten Kreuzes ist die seines Gründers, Henry Dunant:

Ausgangsort dieser Biographie ist Genf, wo Henry Dunant am 8. Mai 1828 geboren wurde. Schon früh trat der junge Dunant, gestützt auf seine tiefe religiöse Überzeugung, engagiert für die Menschheit ein. Ersten Ausdruck fand dieses Engagement in seinem Beitritt zur Genfer Gesellschaft für Almosenspenden. Doch Dunant wollte mehr: Mit der Gründung des Christlichen Vereins Junger Männer (CVJM) im Jahre 1855 erfüllte er sich den Traum von einer weltumspannenden "geistlichen Familie".

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Das Schlüsselerlebnis seines Lebens widerfuhr Dunant 1859 auf einer Geschäftsreise nach Solferino in Oberitalien. Eher zufällig wurde er Zeuge einer der blutigsten Schlachten der Geschichte. Eine Schlacht mit über 40 000 Verwundeten und Toten des damaligen Österreich-Ungarn.

"Aber mein Freund, man macht keine Omelettes, ohne zuvor die Eier aufzuschlagen!" - mit diesen Worten wurde Henry Dunant im kaiserlichen Quartier von Napoleon III empfangen, als er sich über die Nachlässigkeit gegenüber den Verwundeten auf dem Schlachtfeld erregte. Frankreich und Italien führten Krieg gegen Österreich, und gerade war die Schlacht zu Solferino zu Ende gegangen; überall auf dem Felde lagen stöhnend Verwundete, rot von Blut und vor Schmerz fast wahnsinnig

Schockiert vom Elend der Opfer und der Hilflosigkeit der Sanitätskräfte reifte in ihm von nun an der Gedanke an eine internationale Hilfsorganisation.

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Schon bald verwirklichte er seine Pläne: Sein Erlebnisbericht "Eine Erinnerung an Solferino" half ihm, dass auch Staatsoberhäupter auf seine Idee aufmerksam wurden. Dunant's Schilderungen fanden sehr guten Anklang und verschafften ihm viel Sympathie in der Oberschicht. Ermutigt durch den Widerhall seiner Memoiren, begann der Schweizer, in den Hauptstädten Europas für seine Idee zu werben.

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Die Genfer Gesellschaft für öffentliche Wohlfahrt ruft eine Kommission ins Leben, die beraten soll, wie Dunants Vorschläge in die Tat umgesetzt werden können. Die Kommission bestand zunächst aus fünf Mitgliedern, dem Jurist Gustave Moynier, dem General Guillaume Henri-Dufour, dem Arzt Louis Appia, dem Arzt Théodore Maunoir  und Henry Dunant selbst.

Mit Erfolg: Auf sein Drängen hin lud die Schweizer Bundesregierung 1863 25 Staaten zu einer ersten diplomatischen Konferenz ein, um eine Vereinbarung über die Hilfe für Kriegsverwundete zu treffen. Die Kommission kommt am 17. Februar 1863 zusammen. Beschlossen wird die Gründung des »Internationalen Komitees für die Versorgung der Verwundeten in Kriegszeiten«, aus dem später das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, kurz IKRK, wird. Das IKRK ist heute in Verbindung mit der IFRC (Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften) dem »Kopf« der weltweiten Bewegung.


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Am 22. August 1864 unterzeichneten Vertreter von 16 Nationen die "Genfer-Konvention" zur "Verbesserung des Schicksals der Kriegsverwundeten im Felddienst". Das Rote Kreuz war geboren; die Regierungen Europas werden aufgerufen, »...nationale Hilfsgesellschaften zu gründen, diesen Gesellschaften Schutz und Unterstützung zu leihen, in Kriegszeiten die Feldlazarette und Krankenhäuser, das Sanitätspersonal, die Freiwilligen und Verwundeten als unverletzbar zu bezeichnen- und- alle geschützten Personen und Einrichtungen mit einem gemeinsamen, gut erkennbaren Zeichen zu versehen«.

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Obwohl die Genfer Konvention nicht immer eingehalten, sondern des Öfteren, zum Beispiel während des Deutsch-Französischem Krieges 1870/71, missachtet wurde, entwickelte sich das Rote Kreuz immer weiter. Der Kreis der Hilfe bedürftigen Menschen wurde ständig erweitert: 1899, bzw. 1907 wurde ein Abkommen über den Seekrieg, 1929 ein Vertrag über die Behandlung der Kriegsgefangenen geschlossen. Letzterem traten bis 1939 45 Staaten bei. Von besonderer Wichtigkeit ist aber auch das IV. Genfer Abkommen von 1949 zum Schutz der Zivilpersonen im Kriegsfall. Im Bewusstsein der unsagbaren Leiden der Bevölkerung während des II. Weltkrieges wurde diese Konvention allgemein anerkannt. Im selben Jahr erlebte das Rote Kreuz seine zweite Geburt: Das gesamte Genfer Recht wurde in 4 Verträgen neu formuliert.

  
 BeschlossenInhalt
I. Genfer Abkommen1864Schutz der verwundeten und kranken bewaffneten Kräfte auf dem Schlachtfeld
II. Genfer Abkommen1899Schutz der verwundeten, kranken und schiffbrüchigen bewaffneten Kräfte zur See
III. Genfer Abkommen1929Schutz der Kriegsgefangenen
IV. Genfer Abkommen1949Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegszeiten
I. Zusatzprotokoll1977Verstärkung des Schutzes von Opfern internationaler bewaffneter Konflikte
II. Zusatzprotokoll1977Verstärkung des Schutzes von Opfern nicht-internationaler bewaffneter Konflikte

 

In ihrer Gesamtheit nennt man die vier Rotkreuzabkommen in ihrer Überarbeitung vom 12. August 1949 auch »Internationales Humanitäres Recht« oder die »Genfer Konvention«. 1995 war die Genfer Konvention von 165 Staaten rund um den Globus anerkannt. Die Bundesrepublik Deutschland hat die vier Abkommen mit Gesetz vom 21. August 1954 ratifiziert. Nach dem Beitritt von 165 Staaten der Erde, darunter die USA, Russland und die Volksrepublik China, stellt das Genfer Rotkreuz-Abkommen das umfassendste Vertragswerk des Völkerrechts dar.

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Das rote Kreuz als Symbol wurde 1863 von General Guillaume Henri-Dufour vorgeschlagen. Es wurde zu Ehren der Schweiz ausgewählt und entsteht durch Umkehrung der Wappenfarben des seit seiner Gründung militärisch neutralen Landes. Allen vier Rotkreuzabkommen gemeinsam ist die Vereinbarung des Roten Kreuzes als ein Schutz- und Kennzeichen. Als Schutzzeichen soll das rote Kreuz im Krieg die Sanitätsein- Richtungen und -einheiten vor Angriffen bewahren, als Kennzeichen in Friedens- zeiten Einrichtungen der Rotkreuzgesell- schaften der unterschiedlichen Nationen eindeutig identifizierbar machen. Manche islamischen Länder verwendens statt des roten Kreuzes einen roten Halbmond

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Henry Dunant starb am 30. Oktober 1910, seine Ideen und sein Anliegen leben bis heute im Internationalen Roten Kreuz mit seinen nationalen Rot-Kreuz- und Roter-Halbmond-Verbänden weiter; die Ziele sind bis heute dieselben, allerdings wurden sie um sehr viele Aspekte humanitärer Hilfe auch zu Friedenszeiten erweitert.