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Foto: pixabay.com

Kleine Handgriffe können im Notfall viel bewirken

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Das Rote Kreuz gewährte Einblicke in das Equipment, die bei Rettungseinsätzen gebraucht wird.

Hinter dem Rettungswagen haben Michi, Jacob, Jonathan und Henrik einen Tisch vorbereitet. Darauf liegen ein EKG-Gerät, ein Absauggerät und ein Beatmungsgerät. Zwölf Kinder stehen im Halbkreis um die Gerätschaften, staunen und schauen gespannt zu. „Das hier ist ein Beatmungsgerät. Es hilft Menschen, die nicht mehr oder nicht ausreichend selbst atmen können“, erklärt Michi und zeigt auf die Schläuche und Anzeigen. „Das Gerät übernimmt oder unterstützt die Atmung und sorgt dafür, dass der Körper weiter mit Sauerstoff versorgt wird.”

Das Interesse ist groß. Deshalb sprudeln die Fragen: „Und wie heißen diese Geräte?”, möchten Maiar (11) und ihre Freundin Anastasia (12) wissen. „Das ist ein EKG-Gerät und das hier ein Absauggerät”, antwortet Jacob. Dann ergänzt er: „Das EKG ist zur Überwachung der Herzfunktion und mit dem Absauggerät kann beispielsweise Blut oder Erbrochenes aus den Atemwegen entfernt werden.”

Das Jugendrotkreuz beteiligt sich auch in diesem Sommer an den Krifteler Ferienspielen. Die Kinder sind bei der DRK-Ortsvereinigung Kriftel in der Goethestraße 5 zu Gast. Acht Betreuer kümmern sich. Michi ist vom Jugendrotkreuz Hochheim dazugestoßen. „Wir haben für die Kinder verschiedene Stationen aufgebaut, die wir nach und nach erklären“, berichtet Jacob.

Henrik, Jonathan und Finn stehen bereit, um Erste-Hilfe-Maßnahmen aufzuzeigen, den Innenraum des Rettungswagens zu erläutern und die Kinder vieles selbst ausprobieren zu lassen. „Ihr dürft heute alles fragen“, sagt Michi schmunzelnd. Und so hält sich auch keiner zurück. Wo werden Verletzte transportiert? Warum piept das EKG? Wozu braucht man Sauerstoff? Alles wird beantwortet. Verständlich und kindgerecht natürlich, denn die Helfer sind selbst junge Menschen und wissen den Nachwuchs zu begeistern.

Die Mädchen und Jungen der Ferienspiele erfahren nach und nach, wie vielfältig die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes ist und wie wichtig ehrenamtliches Engagement für die Gesellschaft. Im Rettungswagen ist das jüngste Ferienspielekind Fred (3). Papa Finn ist DRK-Helfer und am Tag mit aktiv. „Er weiß schon, wie man einen Verband anlegt”, sagt der Vater stolz und hilft den anderen. „Das macht richtig Spaß. Jetzt weiß ich, wie das richtig geht”, freut sich daraufhin auch Anastasia.

Die Betreuer nutzen den Tag auch, um wichtige Regeln für den Notfall mitzugeben. Dazu gehört, zunächst Ruhe zu bewahren und die Unfallstelle abzusichern, bevor Hilfe geleistet wird. Der Notruf 112 sollte gewählt werden. Die Kinder lernen, eine bewusstlose Person in die stabile Seitenlage zu bringen.

Große Aufmerksamkeit erhält der Kombi-Carrier, eine spezielle Trage, mit der verletzte Menschen sicher transportiert werden können. „Die Kinder dürfen die Trage auch ausprobieren. Wir haben in der Halle einen Parcours aufgebaut”, berichten die Betreuer.

Der Tag vermittelt den Jungen und Mädchen der Ferienspiele Selbstvertrauen. Wer einmal gelernt hat, wie ein Verband angelegt wird, wie man einen Notruf absetzt oder einer verletzten Person hilft, verliert im Ernstfall eher die Scheu zu handeln. „Genau das ist unser Ziel”, unterstreichen die Jugendrotkreuz-Helfer. Schon Kinder sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen und anderen Menschen zu helfen. Schon kleine Handgriffe können im Notfall Großes bewirken.

Während draußen weiter geübt und gelacht wird, herrscht in der Küche reger Betrieb. Conchi und Dagmar bereiten das Mittagessen vor. Sie schneiden Brötchen und wärmen Würstchen im Wasserbad. „Heute gibt es leckere Hotdogs für alle“, erzählen sie gut gelaunt. Nach den vielen Eindrücken schmeckt die gemeinsame Mittagspause denn auch besonders gut.

Quelle: Höchster Kreisblatt vom 07.08.2026